Aus „Gott liebt mich” wurde: „Was muss ICH tun, damit Gott mich auch tatsächlich lieben kann?”
Aus „Gott verändert mein Herz” wurde: „Wie kann ICH mich geistlich weiterentwickeln?”
Aus den Gefühlen der Liebe, die ich für Gott hatte, wurde: „Verspürst DU die wahre Freude und Begeisterung für Jesus?”
Aus „In Gott habe ich alles was ich brauche” wurde: „Wie kann ich ein BESSERER Christ sein/ wie ein besserer Ehepartner/ ein besseres Gemeindemitglied?”
Aus „Gott ist immer bei mir” wurde: „Wie kann ICH Gott nah sein?”
Aus „Jesus ist die wahre Freiheit” wurde: „Ein guter Christ muss…TUN”
Jesus sagt von sich, er lädt alle, die es schwer haben ein, sie sollen zu ihm kommen. Er gibt ihnen dann Ruhe und ihre Last ist leicht.
Wo ist diese Ruhe hier? Ich kann nicht mal unglücklich aussehend durch die Tür kommen, Christen lächeln schließlich und sind immer gut drauf. Sie haben ja Jesus an ihrer Seite und den heiligen Geist in sich.
„Oder hast du ihn etwa nicht? Bist du etwa nicht errettet? Es ist wichtig, dass wir uns für Jesus entscheiden, entscheide du dich also. Entscheiden müssen wir uns natürlich jeden Tag neu in allem was wir tun und denken. Wir sind schließlich nicht wie die Welt, die Jesus nicht kennt. Und wenn du deine Bibel liest, liest du dann nur 5 Minuten lang und hörst dann schon auf? Ich möchte, dass jeder diese Frage für sich einmal beantwortet. Merken die Menschen in deinem Leben, dass du Christ bist? Sieht man es dir an? Erzählst du anderen auch von Jesus? Stell dir vor, all diese geliebten Menschen in deinem Leben gehen alle in die ewige Verdammnis (wegen dir), weil du ihnen nie von Jesus erzählt hast. Ah nein, warte – ich denke, hier liegt ein Missverständnis zwischen uns vor. Natürlich musst du dir Gottes Nähe nicht verdienen. Es ist alles nur motivierend gemeint, wir lieben ja schließlich Jesus und du liegst uns am Herzen. Du bist ja auch ein wahrer Gläubiger, das sieht man an deinem Engagement. Du gibst dir ja hier Mühe und passt auf, was hier gepredigt wird, nicht so wie andere. Allerdings solltest du dringend mehr in der Gemeinde mitarbeiten, wir brauchen dich hier schließlich.”
Etwas Dunkles wollte sich ständig zwischen mich und Gott drängen und einen Platz für sich beanspruchen, der niemandem zusteht. Schließlich gab es bereits jemanden, der zwischen Gott und Mensch vermittelt hat und dieser jemand genügte mir. Mein Glauben fiel in sich zusammen wie ein Kartenhaus, bis ich merkte, an was ich eigentlich mittlerweile glaubte und mit wem das nichts mehr zu tun hatte. Ich vermisse die tatsächlich wahre Freiheit, die ich vor der Zeit in meiner Freikirche mit Jesus hatte. Wo ich nicht jede Ermahnung von Paulus oder Taten, die in der Bibel beschrieben werden, als To-do-Liste und Bedingung für Gottes Liebe in meinem Kopf einsortierte. Ich vermisse es, dass mein Glaube einfach das ist, was in meinem Herzen ist. Werde ich das je wieder zurückbekommen, was mir genommen wurde? Auf der anderen Seite von meinem Kampf und meinen Zweifeln ist die Stimme:
Ich alleine genüge.
Nicht deine Begeisterung für mich.
Nicht dein Engagement.
Nicht deine Bibellesezeit.
Nicht deine Mitarbeit.
Nicht deine Gefühle.
Nicht einmal deine Fähigkeit, stark an mich zu glauben.
Nur ich. Ich – Jesus – ich allein genüge dir.
/ Lisa
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