Heute möchte ich diese Erde um Verzeihung bitten

Ich habe heute am ersten Klimastreik meines Lebens teilgenommen und hatte Tränen in den Augen, weil mir der Kontrast zwischen meinem alten und neuen Leben und Denken so klar vor Augen war.

Für mein früheres, freichristliches Ich wäre es undenkbar gewesen, an einem solchen Streik teilzunehmen. Wieso sollte man diese Erde denn schützen wollen, wenn man von Kind auf gehört hat, dass sie ja untergehen müsse, damit  „alles gut wird“, damit Gottes neues Reich anbricht.

Ich erinnere mich an all die Lieder, in denen wir über „Gottes neuen Himmel und neue Erde“ sangen; daran, dass wir nicht müde wurden zu betonen, dass unser wahres Zuhause als Kinder Gottes der Himmel und nicht diese Erde sei. Naturkatastrophen wurden als „Zeichen der Endzeit“ abgetan, Tierschutz oder gar Veganismus mit „Gott hat uns die Erde mit ihren Tieren untertan gemacht“.

Heute möchte ich auf die Knie fallen und diese Erde um Verzeihung bitten. Es bricht mir das Herz, sie jemals so gesehen und behandelt zu haben, und es treibt mich an Tagen wie diesen an den Rand der Verzweiflung, durch Familienchats und co daran erinnert zu werden, dass geliebte Menschen es weiterhin tun. Und dass kein Dialog über Themen wie dieses möglich ist, weil ich in ihren Augen die Verlorene, Abgefallene und Verblendete bin.

Sarah

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